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Lyrik

Als ihm eine Schar sich fortbildender Lehrer seine Gedichte für unverständlich erklärt hatte*

Die Frage immer
"Wer versteht denn das"
Sie etwa nicht?
Ich kenne welche
Ja, die kommen damit ganz problemlos klar
Sind die denn schief gewickelt
Oder was kann ich dafür
Wenn mancher Horizont nicht ganz so weit ist
Lehrer sind vielleicht besinders ängstlich
Wenn der Sinn aufweicht und schwer erklärbar wird
Die Schülerfront schürt eine Sucht zum sicheren Besserwissen

Als Schreibaufgabe einen klaren Text
"Na siehste, geht doch"
Schreibe ich beflissen
Das Übliche
- Die Langeweile wächst -
Bemerken sies?
Gefällt sich breit und fett
Und darum ist das Ganze ein Sonett

 

* Sie können sich das Gedicht in die entsprechenden 5-hebigen Zeilen zurechtschieben.

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Was nicht fremd ist, findet befremdlich
Fast erdrückt von Vergangenheit
Kuppelgräber und Glocken

Sitzt du gut so sitze feste
alter Sitz der ist der beste
Die Zukunft war gestern
Was gewöhnlich ist, findet unerklärlich

Den Blick nach vorne einüben
scheint schwierig bei so viel Geschichte
"Guck nach vorne!"
sie müssen es sogar ihren Hunden sagen
was da üblich ist, dass soll euch erstaunen

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Gleitsichtwochen

Ich war hier
mein Blick schweift über das
was löffelbar angerichtet ist
Ich weine mit Weitblick

Im Augenzentrum, Gerokstraße, Friseur Gast, ein Taschenberg-
palais, dann Kaisers neue Kleider
hier mein ich sie bereits zu sehen

Wer sein Geld verlieren will erwäg nicht lang:
frische Läden braucht die Stadt
Wer guten Mutes komm herein
auch in der Eck muss rein es sein

Des Elbstroms Ufer ist mein Pontisches Gestade:
Es muß dort Tonnen von menschlichen Knochenmehl
im Erdboden geben, Insider
schätzen die kleinen Engerlinge


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