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Sehr geehrter Dr. Enoch Lemcke,

mit Bedauern empfange ich die Nachricht, dass nach einer bereits vollzogenen Kürzung der Fördermittel für die Mecklenburg-Vorpommersche Literaturzeitschrift RISSE um 15 Prozent weitere Zuschusskürzungen drohen, die das Aus für die renommierte Literaturzeitschrift bedeuten würden.
RISSE verschafft Mecklenburg-Vorpommern eine kulturelle Reputation über die Grenzen des Bundeslandes hinaus, so kann ich Ihnen aus Berlin berichten. Namhafte Beiträger wie der Schriftsteller Uwe Saeger oder die Kulturwissenschaftler Moritz Baßler (Münster) und Helmut Lethen (Wien) sprechen für sich.

Ich bitte Sie sehr, die geplanten Zuschusskürzungen nochmals zu überdenken und die Existenz von RISSE langfristig zu sichern. Wie hieß es unlängst in der FAZ (26.03.2010) über die Bewältigung der Kulturkrise in Baden-Württemberg: "Kunst und Kultur sind in dem Land der Tüftler und Ingenieure immer als Zukunftssicherung begriffen worden". Es möge im Land des Ostsee- und Seentourismus und der Bio-Technologie nicht anders sein!

Mit freundlichen Grüßen aus Berlin
Christian Rakow

 

Sehr geehrter Herr Lemcke,

ich erfuhr vor einigen Tagen von einer geplanten Kürzung des Etats für die Literaturzeitschrift "Risse". Folge dieser Kürzung wäre eine Eistellung der Zeitschrift. Ich bin darüber als Autor wie Leser der "Risse" sehr bestürzt und möchte Sie dringlich darum bitten, davon abzusehen.

"Risse" ist eine qualitativ hochwertige Literaturzeitschrift in einer anspruchsvollen Gestaltung. Sie liegt zudem auch im Deutschen Literaturinstitut Leipzig aus, der bundesweit einzigartigen Institution zur Ausbildung von Schriftstellern, und wird von den dortigen Studenten gelesen.

"Risse" bedeutet mir auch persönlich viel, denn die Zeitschrift bzw. die Redaktion der Zeitschrift ermöglichte mir im Jahre 2003 erste literarische Publikationen und damit als Autor den Schritt in die Öffentlichkeit. So etwas vergisst man nicht.

Mittlerweile bin ich Absolventin des Deutschen Literaturinstituts Leipzig, Stipendiatin des Deutschen Literaturfonds und auf gutem Weg, mir einen Namen als Schriftstellerin zu machen. Dieser Weg nimmt für mich seinen Anfang in der "Risse", ihrer Redaktion und dem Rostocker Literaturhaus.

Ich bin eine Mecklenburgerin, die in Leipzig lebt und dabei immer an Mecklenburg denkt. Als Schriftstellerin kann ich dennoch weiterhin "hier" zu Hause sein, sei es durch die Inhalte meiner Texte, sei es durch weitere Publikationen in der "Risse". So wie mir geht es auch anderen, ich nenne beispielhaft Judith Zander, die ebenfalls in der "Risse" publiziert und deren erster Roman im Herbst im dtv-Verlag erscheinen wird. Eine Einstellung der "Risse" würde uns dieser Möglichkeiten berauben und gleichzeitig dem Land Mecklenburg-Vorpommern den Ort nehmen, an dem es literarisch spricht.

In der Hoffnung auf Ihr Verständnis
hochachtungsvoll
Kerstin Preiwuß

 

Sehr geehrter Herr Dr. Lemcke,

als ich vor 18 Jahren von Berlin nach Mecklenburg gezogen bin, um hier als Autorin und Filmemacherin zu arbeiten, hatte ich keine Ahnung, auf welchem literarische Parkett ich mich nunmehr befand - es war durchaus glatt. Es war die Zeitschrift RISSE und ihr Team, die mir Orientierung, erste Kontakt- und Veröffentlichungsmöglichkeiten und die notwendigen Anregungen für meine schriftstellerische Tätigkeit   gaben. Was mich sofort überzeugte, war das hohe literarische Niveau. Ich wurde herausgefordert! Das hatte ich nach meinen Berlin- Erfahrungen so nicht unbedingt erwartet. Ich war in ein sehr, sehr kleines Dorf gezogen - und heute bin ich dankbar, dass ich es nicht nötig hatte, nach Berlin als literarischem Zentrum zurückzukehren und das Haus in Mecklenburg zum Sommer- und Zweitwohnsitz zu machen.
Daran hat die Zeitschrift RISSE unverwechselbaren Anteil.
Wir kennen uns aus der Zusammenarbeit im Gremium der Kulturellen Filmförderung. Ich möchte Sie auch an einen Wintertag in Heidekaten vor zwei oder drei Jahren im Haus der Künstlerin Monika Ringat erinnern, wo Sie so aufgeschlossen an einer Tagung von Frauen "Die Kunst, von der Kunst zu leben" teilgenommen haben. Nahezu prophetisch haben Sie formuliert, dass Leben und Arbeiten der Selbständigen bald generelles Modell in der Arbeitswelt sein könnte. Das Ministerium für Bildung und Kultur, nicht zuletzt Sie in Person, haben viel zur Herausbildung kreativer, selbstmotivierter und -organisierter Profile hier in Mecklenburg- Vorpommern beigetragen - u.a. durch Unterstützung und Förderung der Literaturzeitschrift RISSE. Immer neu verschenke ich sie an Künstler in anderen Bundesländern sowie in Österreich und  deutschsprachigen Regionen Italiens, der Schweiz, Dänemarks und Schwedens. Es verschafft mir stets ein gewisses Gefühl von Stolz, mich  mit einer Zeitschrift präsentieren zu dürfen, mit der ich mich inhaltlich wie gestalterisch gern identifiziere. Ich errege oft tatsächlich Erstaunen, dass in einem Land wie Mecklenburg- Vorpommern, dass jenseits Deutschlands meist nicht einmal bekannt ist, derartig Qualitätsvolles entstehen kann. RISSE ist unverzichtbar - ich wüsste jedenfalls nicht, wer oder was diese Lücke für uns Berufsautoren füllen sollte. Halten Sie zu uns!
Herzlich, Carmen Blazejewski

 

Betrifft: Zwei Standbeine schreiben

Guten Tag, Herr Dr. Lemcke,

es schreibt Ihnen der 32jährigen Regisseurin Uta Kindermanns linkes Standbein, DAS INSZENIEREN. Ein halbes Leben hat sie für diesen Beruf gekämpft; dafür schlägt ihr Herz, dafür entbrennt ihre Begeisterung. Ich bin das linke Standbein, das Inszenieren.

Die Theater sterben.
Junge Kunstschaffende wie sie kriegen von einem Stadttheater für ein 8 Wochen Inszenierungsarbeit 1.500 Euro (ohne Erstattung der Wohn- und Fahrtkosten); zwei Inszenierungen während ihres Studiums an einem Landestheater werden gar nicht vergütet. Ein schon zugesagtes Engagement wird zurückgezogen mit den Worten des Intendanten, der Etat wäre gekürzt worden und er wolle jungen Künstlern nicht mehr vertrauen. Die Theater sterben. Und die 32jährige Regisseurin Uta Kindermann wird nie die soziale Sicherheit haben, eine Familie zu gründen; vor 10 Jahren ist sie das letzte Mal verreist; sie wird nie wissen, was morgen ist. Risiken dieser Art nahm sie in Kauf mit der Entscheidung für diesen Beruf. Aber der Abgrund ist mittlerweile monströs. Schauspieler bekommen in Berlin lt. einem Arbeitsangebot auf der Internetplattform www.Theaterjobs.de für vier Wochen Probenzeit 100 Euro und müssen sich nackt ausziehen. Das beste Sinnbild für den Ausverkauf der Werte in der Kulturlandschaft. Ich bin das linke Standbein, ich verliere das Gleichgewicht; wollte zu Worte kommen, doch nur der Form halber, denn mein Kumpan, das rechte Standbein, ist heute wichtig, als Sprachrohr zu dienen.

Guten Tag, Herr Dr. Lemcke, ich bin das rechte Standbein der 32jährigen Uta Kindermann, DAS SCHREIBEN. Hauptpodium: die Mecklenburgische Literaturzeitschrift „RISSE“. Dort ist sie als Autorin zu Hause, dort findet sie enorm engagierte Redakteure, ein hohes literarisches Niveau, sprachliche Sorgfalt. Die Literaturzeitschrift soll sterben. Ich bin das rechte Standbein, verliere das Gleichgewicht. Der Mensch Uta Kindermann schwankt. Vor Wut, vor Traurigkeit.

Mecklenburg-Vorpommern braucht die „RISSE“.

Ich, Uta Kindermann, bitte Sie, dem drohenden Aus der Literaturzeitschrift entgegenzutreten, und wenn Ihnen die Hände gebunden sind, auf die Autoren, die Redakteure und Grafiker zuzutreten, um zu schauen, ob ein Kompromiß gefunden werden kann!

Dafür bin ich dankbar und verbleibe mit freundlichen Grüßen
Uta Kindermann

 

Sehr geehrter Herr Dr. Enoch Lemcke,

da sie mit ernstzunehmender Sicherheit der falscheste Adressat für einen Brief wie diesen hier sind, ist es redundant zu erwähnen, dass sie als „Der Stellvertreter“ hier für Schläge hinhalten müssen, zudem vorgebracht als Protestnote in den Sachen: „Risse“ und Kulturpolitik.

Um es kurz zu machen, in meiner 7-jährigen Zeit als Freak oder Hartz-IV-Existenz haben mir die zweimaligen Honorare von „Risse“ den Gang zum nächsten Supermarkt erleichtert. Auch einen abendlichen zum Spätshop. Und die Einladung zum Seminar „Junge Literatur in Europa“ hat mir eine interessante Arbeitsbekanntschaft beschert, mit der mittlerweile ein kleines rockiges Projekt gewachsen ist.

Aber egal. Ich habe durch den Erstabdruck an meinen Text geglaubt - und zwar derart, dass ich ihn zu Ende gedacht habe. Um es auf diese Weise einmal mehr kurzweilig zu machen: Ich habe festgestellt, dass ich den Fatalismus predige, dass die Zukunft bereits geschehen ist und wir der Gegenwart als Zuschauer beiwohnen - weil wir nie handeln, sondern einzig das vorbeiziehende Leben erleben. Nur, jetzt liegt sozusagen als Artefakt ein Text neben mir, den ich mal auf dem Markt werfen müsste, aber das ist sichtlich ein fremdes Thema. Klammer zu. Man möchte kalauern: 'Enoch, Eunuchen sind wir.' Und so, in diesem Sinne, gestatte ich mir als kleine und einverständliche Frivolität einen alten „Titanic-Magazin“-Comic zitieren zu dürfen:

 Oh, das ist „Der Untergang des Abendlandes“?!
 Habe ich mir irgendwie feuchter vorgestellt.

„Risse“ wirft das Handtuch, wenn es das Handtuch werfen muss. Keine Freiheit, keine Schuld. Seien sie gepriesen Herr Lemcke und

Prost,
Ihr Hausironiker und
'Lehrer der freien Künste'

Bernd Richter

PS: Sie sind keineswegs zufällig der Lemcke, auf den ein - seinerzeits brachial abgemahnter - Theater-Rostock-Macbeth-Flyer zielte: „Bringt mir den Kopf von Enoch Lemcke!“? Danke.

 

Sehr geehrter Herr Dr. Enoch Lemcke,

nachdem ich erfuhr, dass die Herausgabe der Literaturzeitschrift „Risse“ in Gefahr ist, möchte ich mich persönlich an Sie wenden. Worin, werden sie fragen, liegt der Anlass eines solchen Schreibens meinerseits? Worin liegt seine Legitimation? Was hat jemand, der seit nunmehr vier Jahren an der östlichsten Universität Viadrina Kulturwissenschaften studiert, dem Abteilungsleiter eines Ministeriums für Kultur in Schwerin zu sagen? Ich möchte die Gelegenheit, die mir die Literatur immer wieder bot und bietet, nutzen, um ihnen mein Unbehagen über die Gefahr mitzuteilen, die wie ein schwarzer Vogel über den Bodden und Buchten der literarischen Landschaft kreist. Darin bildet Mecklenburg Vorpommern, inklusive meiner Heimat Wismar, leider keine literarisch-geographische und keine politische Ausnahme. Als ich mit 16 Jahren mit der literarischen Arbeit begann und voller Begeisterung meine Texte in Form einer Bewerbung zum Poetenseminar in Richtung Rostocker Literaturhaus schickte, stellte die postwendende Einladung dorthin eine kleine Sensation dar. Als dann noch ein Gedicht von mir in der Zeitschrift „Risse“ erschien, war meine Begeisterung, wie sich vorstellen können, groß. Damals [wie seltsam, das zu schreiben] wie heute war und ist die besagte Zeitschrift die Möglichkeit für den literarischen Nachwuchs, sich an der Praxis des Schreibens und des Publizierens zu üben. Dabei brauche ich wohl nicht zu betonen, dass das „Schreiben“ nicht nur im Hinblick auf die ästhetischen Texte, die dabei entstehen, sondern auch und vor allem darüber hinaus eine entscheidende kulturelle Technik darstellt, die für alle eigentlich unverzichtbar ist. Während der Zeit nach meiner ersten literarischen Erfahrung setzte ich hochmotiviert mein Schreiben fort und sendete regelmäßig einige Texte der Zeitschrift „Risse“. Gleichzeitig las ich die „Risse“ natürlich und versuchte herauszubekommen, welche Kriterien die Texte erfüllen müssen, um für eine Publikation geeignet zu sein. Durch die Lektüre kam ich so auch mit Texten anderer Autoren in Kontakt, mit denen mich mindestens die Herkunft verband, darunter so beeindruckende Autoren wie Kurt Scharf oder Uwe Saeger. Wechseln die Schauplätze und der Blick streift weiter südlich entlang der Oder, bis hin nach Frankfurt, so bildet das Ringen ums Überleben kultureller Institutionen überall einen Gemeinplatz. Der Student der Kulturwissenschaften, belächelt von seinen Kommilitonen der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, fragt sich dabei nicht selten, warum das kulturelle Kapital, an dem wir [alle] uns bilden und ausbilden, so häufig unterschätzt wird.

Stellt die Zeitschrift „Risse“ ihren Betrieb ein, weil sie sich politisch nicht mehr unterstützen lässt? Weil die Mittel nicht reichen? In der Tat, sie ist im wahrsten Sinne des Wortes unbezahlbar. Würde sie ihren Betrieb einstellen: Das hätte unabsehbare Folgen für die literarische Landschaft des Landes Mecklenburg Vorpommern, wo es neben den realen Stränden eben auch literarische Strände gibt, zumindest bis heute. Für die Autoren ist die Zeitschrift „Risse“ eine nicht zu überschätzende Institution. Sie sichert, dass die Worte inmitten der Informationsflut und der Marktorientierung nicht zu bloßem Strandgut und ihre Autoren zu gestrandeten werden. Ohne pathetisch werden zu wollen, ist meine große Furcht, dass ´nur´ die letzten Nummern der „Risse“ in meinem Regal mich an die Literatur in Mecklenburg Vorpommern erinnern werden, während immer mehr Jugendliche in Klütz und Wismar, in Rostock, Greifswald, Stralsund, Schwerin und Neubrandenburg den Stift zur Seite legen und konstatieren: Literatur ist nicht profitabel.

Als Autor bitte ich sie, die Rolle des Literaturhauses Rostock, der Zeitschrift „Risse“ und des Poetenseminars (das ja auch nicht mehr stattfindet) nicht zu unterschätzen.

Sonst bleibt nur das Rauschen der Quellen und der Ostsee.

Mit freundlichen Grüßen,
Sebastian Schönbeck

 

Sehr geehrter Enoch Lemcke! Die Autoren meiner Generation arbeiten oft wie auf verlorenem Posten, bitte zerstören Sie die Zeitschrift RISSE als Verbindung zwischen uns und den jüngeren Autoren nicht. Es grüßt Sie  wolfgang mundt

 

Sehr geehrter Herr Dr. Lemcke,

durch die Redaktion der RISSE erfuhr ich, dass eine Kürzung der Fördermittel für die Literaturzeitschrift erfolgt ist. Das veranlasst mich, als Autorin und Leserin der RISSE gleichermaßen zu betonen, wie wichtig mir die Weiterexistenz dieser Zeitschrift erscheint. Ich möchte mich entsprechend dafür einsetzen, dass sie auch in Zukunft regelmäßig herausgegeben werden kann - und dass, als Voraussetzung hierfür, die Fördermittel nicht weiter gekürzt werden. Ich denke dass die Zeitschrift RISSE ein wichtiger Bestandteil der Kulturlandschaft Mecklenburg-Vorpommerns ist, der erhalten bleiben muss, um der hierzulande entstehenden Literatur auch weiterhin ein Podium zu bieten.

Mit freundlichen Grüßen,
Marianne Beese

 

Betrifft: Literaturzeitschrift RISSE

Sehr geehrter Herr Dr. Lemcke,

mir fuhr der Schreck in die Glieder, als ich vor einigen Tagen hörte, dass Ihr Ministerium die Fördermittel für die Literaturzeitschrift RISSE um 15% kürzen möchte, und zwar erschreckte mich diese Nachricht nicht nur als Autor sondern auch als Leser sowie langjähriger Pädagoge und Schulleiter.

Ich lebe und arbeite zwar in Sachsen, fühle mich jedoch Mecklenburg und Vorpommern durch mein Studium in Rostock und anderes mehr sehr verbunden und habe mir stets von meinem derzeitiges Kultusministerium gewünscht, es wäre anspruchsvoller Literatur so gewogen wie Sie bzw. Ihre Abteilung.

Denn die RISSE sind ohne Zweifel ein Schatz, den es dringend zu bewahren gilt und den in vergleichbarer Qualität kaum ein anderes unserer Bundesländer aufzuweisen haben dürfte! Es ist bzw. war bisher geradezu beispielhaft für mich, dass ausgerechnet eines der weniger reichen Länder, es sich etwas kosten ließ, guter Literatur ans Licht der Öffentlichkeit zu helfen.

Die RISSE waren, soweit ich sie kennenlernen konnte, immer ihr Geld wert und zwar sowohl des Geld des Förderers als auch das des Käufers. Und dass dabei die Autoren zumindest nicht unanständig honoriert wurden, machte die Publikation nicht nur sympathischer, sondern unterstrich auch deren Seriosität.   

Angesichts des tagtäglich erscheinenden „literarischen“ Mülls kann die Bedeutung eines Druckerzeugnisses dieser Güte gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Ich ersuche Sie deshalb dringend, sehr geehrter Herr Dr. Lemcke, von einer Kürzung der Fördermittel für die RISSE abzusehen!

Mit freundlichem Gruß
Holger Böwing

 

Sehr geehrter Herr Dr. Enoch Lemcke,

mein Name ist Sonja Voß-Scharfenberg. Ich bin eine Schweriner Autorin, die in der Literaturzeitschrift RISSE in Mecklenburg und Vorpommern das Forum für Autoren unseres Landes sieht, in dem wir öffentlich zu Wort kommen können. Die RISSE hat sich zu einer von allen Literaturinteressierten anerkannten Zeitschrift entwickelt, in der sowohl bekannte Autoren als auch Debütanten gleichermaßen Aufnahme finden und voneinander Kenntnis bekommen.

Fingerspitzengefühl und Sachkompetenz der Redaktion garantierten immer ein Heft, das einem qualitativ hohen Anspruch genügt und sowohl uns Autoren als erst recht unser Lesepublikum

geistig  beweglich und neugierig hält. Neugierig auf neue Literaturen und aufeinander.

Es ist schwierig für uns Autoren, unser Wort auf den Weg bis hin zum Leser zu bringen. Die RISSE sind unsere Herberge, die dem Land bislang gut zu Gesichte stand.

In der Verantwortung der Abteilung Kultur sehe ich  die Fürsorge, den Fortbestand der RISSE zu ermöglichen und damit zu gewährleisten, dass unser Land nicht ganz verstummt.

Entschieden protestiere ich daher gegen die Kürzung der Mittel zur Förderung unserer Zeitschrift, deren weitere Herausgabe wir nun in Gefahr sehen.

Sonja Voß-Scharfenberg

 

Sehr geehrter Herr Dr. Lemcke,

die Existenz der Literaturzeitschrift RISSE ist in Gefahr! Grund dafür ist die Kürzung der Fördermittel für die RISSE durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern, deren Abteilungsleiter Sie sind. Es ist zu befürchten, dass weitere Kürzungen folgen werden. Das wiederum hätte zur Folge, dass die Herausgabe der RISSE, die einzigartig in Förderung von AutorInnen des Landes und Qualität der Textbeiträge ist, eingestellt werden müsste. Darauf verzichten zu müssen, wäre für das Land MV - und darüber hinaus - ein großer Verlust. Das für Herbst angekündigte RISSE-Sonderheft kann schon jetzt nicht mehr herausgegeben werden, weil  die Mittel für die Honorierung der Beiträge der AutorInnen fehlen. Die Redaktion selbst arbeitet seit 1998 ehrenamtlich.
Wir, die an der RISSE interessiert sind und die befüchtete Entwicklung auf keinen Fall hinnehmen wollen, bestehen auf ihrem Fortbestand. Wir protestieren gegen die Kürzung der Fördermittel!

Mit freundlichen Grüßen
Karin Häußermann,
die fünf Jahre in Rostock gelebt und seit ihrem Weggang 2002 nach Kiel die RISSE abonniert hat.

 

Sehr geehrter Herr Dr. Lemcke!

Von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur in Mecklenburg-Vorpommern 'Risse' erfahre ich, daß die vom Land Mecklenburg-Vorpommern ausgereichten Fördermittel wiederum gekürzt werden und daß damit zumindest die Herausgabe des jährlichen Sonderheftes, wenn nicht das gesamte Projekt 'Risse' unmöglich wird!
Geld, so befördernd es gelegentlich ist, verdibt's letztlich immer; und dabei zuvörderst den Geist und das geistige Leben.
Ich apelliere an Sie, 'Risse' nicht untergehen zu lassen!
Zahlenspiele solcher im Grunde marginaler Größenordnungen dürfen nicht zum Notschlachter an der einzigen Literaturzeitschrift in Mecklenburg- Vorpommern werden. Literatur wird gebraucht, auch wenn sie als Ware nur einen bedingt nachweisbaren und abrechenbaren Wert hat.
Und wir Literaten brauchen DIE RISSE. Die Zeitschrift ist Teil unseres Da-Sens hier geworden, ist Forum und Bestätigung unserer (Noch)Existenz.
Kultur ist, was bleibt von den kunstbestimmenden Bemühungen der Gegenwart.
Worte bleiben!
Großmäulige und kostenintensive Touristische Rattenfängerinitiativen und kleinkarrierte gustogesteuerte Streichung von Fördermitteln werden im Tagesgeschäft verrechnet.
Wenn's das war mit 'Risse', weil's totsparen vor der Hand ja keinen umbringt, dann ist's wieder eine Nuance ärmer in diesem Land. Und all zu viel Armseligkeit sollten wir uns nicht mehr erlauben.

Hochachtungsvoll
Uwe Saeger

 

Sehr geehrter Herr Lemcke,

wie ich gehört habe, wurden die Mittel für die Literaturzeitschrift Risse gekürzt. Daher ein kleiner Appell an Sie. Dass die Elite abwandert, dürfte Ihnen ja bekannt sein. Dass die guten Kräfte MV verlassen, weil sie anderswo besser bezahlt werden, angenehmere Arbeitgeber finden, das tun können wofür sie studiert, gelernt und anderes getan haben. Sie gehen weg, um ihr Potential auszuschöpfen. Und dann jammert das Land. Ich sage Ihnen wer als nächstes abwandert. Die Kultur und die, die sie machen. Ich bin vor einigen Monaten zurück nach HRO gekommen. Ich habe einen unbefristeten Arbeitsplatz bei der STadt Hamburg für einen piefigen Drecksjob in HRO getauscht - freiwillig. Weil ich in meiner Heimat sein wollte. Weil ich wusste was mir meine Heimat an Lebensqualität bietet. Unter anderem ein Literaturhaus mit engagierten Mitarbeitern, die seit Jahren schon eherenamtlich in der Risse-Redaktion  werkeln. Risse, eine Plattform für Talent, eine Zeitschrift die MV abdeckt, Potentiale fördert, fordert und unterstützt. Das war ein großer Grund für mich nach Hause zu kommen - ein STück Lebensqualität. Nun verdiene ich 700 Euro weniger und an manchen Tagen bin ich verärgert, dass mein Arbeitgeber mir Zusatzaufgaben auf den Tisch knallt, weil er gehört hat, ich könne schreiben. Nun überarbeite ich zusätzlich firmeninterne Konzepte und keiner Dankt es einem.

Ich bin mir nicht sicher, ob eine Stadt wie Rostock, die Schriftsteller wie Walter Kempowski hervor gebracht hat, sich leisten sollte so ein Stück Kultur weiter in seinen Möglichkeiten zu begrenzen. Ich weiß nicht wie sehr Sie sich in Rostocks kultureller Szene bewegen oder auskennen, daher will ich Ihnen das kurz beschreiben. Egal ob es die Medienwerkstatt ist oder das Literaturhaus, ob man sich in der Filmemacherszene bewegt oder anderswo. Diese Einrichtungen schaffen mit viel privatem Einsatz unglaubliche Netzwerke an Potential. Sie schaffen Lebensqualität für jene, die Künstler sind, für die, die aus ihrer Kunst Kraft schöpfen ein guter MItarbeiter zu sein, für diejenigen, die daran wachsen und ihre Fähigkeiten für dieses Land nutzen. Unterschätzen Sie dies nicht! Man kann Menschen frustrieren, wenn man ihre Gutmütigkeit, ihren Willen, ihren EInsatz nicht schätzt. Kultur ist das Fundament unseres Daseins. Ausdruck ist ihr Kommunikationsmittel und Ausdruck ist ein wesentlicher Bestandteil der Kommunikation dieser Welt. Und wie Sir Simon Rattle vor ein paar Jahren sagte: we don't only need good workers, any more; these days are over

So, und nun verzeihen Sie mein kleine Pamphlet, das aus Leidenschaft entstanden ist und dessen Inhalt sich Ihnen deshalb vlt. nicht ganz erschlossen hat. Ich kann mit vorstellen, das Verteilen von Geldern ist schwierig. Jeder in der Kultur kann sich das vorstellen, aber genau daher kommt es, dass so viel freiwillig getan wird. Ehrenamtlich. Unentgeldlich. Aber halten Sie das bitte nicht für selbstverständlich. Das ist der blanke Hohn für jene, die sich opfern! Der arbeitsame, intelligente und produktive Mensch nährt sich von kreativität in dieser Zeit. Der kreative Mensch will seine Plattform. Nehmen sie ihm diese nicht, dann wird er sie woanders finden ...

Liebe Grüße
Madlen Sasse

 

Lieber Dr. Enoch Lemcke,
 
ich glaube, daß Sie längst wissen, daß die Literaturzeitschrift 'RISSE' die wichtigste Publikation unseres Bundeslandes für zeitgenössische Literatur und Kultur ist.
Keine andere Zeitschrift archiviert in dieser Form den Zustand unserer Literatur und ihrer innewohnenden Kunst! Keine andere Zeitschrift fördert gleichzeitig so viele junge Autoren, läßt ihr künstlerisches Potenzial nicht verkommen!
Lieber Dr. Enoch Lemcke, ich glaube an Ihr diesbezügliches Wissen und Ihr Gespür!
Doch warum setzen Sie sich nicht mit aller Konsequenz und Stärke gegen eine Kürzung der Fördermittel, nicht für eine finanzielle Potenz im Rahmen von fördernden Maßnahmen für die Literaturzeitschrift 'RISSE' ein? Sollte nicht gerade dieses Fördern zu einer Ihrer wirklichen Aufgaben innerhalb Ihres Jobs in unserem Lande gehören? Warum tun Sie nichts? Warum bremsen Sie Literatur, Kunst und Kultur aus, nehmen Kürzungen allem Anschein nach mit einer unglaublichen Passivität und Gleichgültigkeit hin? Warum stehen Sie als Abteilungsleiter für Kultur nicht auf, treten Kürzungsmaßnahmen entgegen?
Zeigen Sie uns Kunstschaffenden doch einmal, daß Sie der richtige Mensch und Mann in einer dafür zuständigen Abteilung sind.
Ich denke, Kulturinteressierte, auch über die Landesgrenzen hinaus, werden Ihnen und uns allen dafür danken, selbst später noch, denn die 'RISSE' ist Zeugnis der Kultur!
In freundlichen Grüßen:
Jürgen Landt, Greifswald

 

Sehr geehrter Herr Dr. Lemcke,

mit Befremden und voller Unverständnis habe ich erfahren, dass eine
15%ige Kürzung der Fördermittel für die Literaturzeitschrift RISSE
bereits erfolgt ist und weitere Kürzungen offensichtlich angedacht sind.
Schon heute wird ein Großteil der Arbeit zur Herausgabe der RISSE
ehrenamtlich geleistet, so dass eine solche "Einsparung" das Ende der
Zeitschrift bedeuten würde. RISSE ist nicht nur eine qualitativ
hochwertige Literaturzeitschrift, die einen guten Ruf über die Grenzen
Mecklenburg-Vorpommerns hinaus genießt, sie hat sich in den letzten zehn
Jahren sowohl durch die unermüdliche Tätigkeit der Redaktionsmitglieder
wie auch die engen Verflechtungen mit den Aktivitäten des
Literaturhauses Rostock, seien es Lesungen, Kurse, Seminare,  zu einer
Heimstatt für Autoren entwickelt, die in ihr nicht nur eine Bühne sehen,
auf der sie ihreTexte einem interessierten und anspruchsvollen
Leserkreis vorstellen können, sondern auch eine Quelle von Erfahrungen
und Anregungen, die ihrer schriftstellerischen Kreativität zugute kommen.
Als ich mich vor zehn Jahren, nachdem meine Publikationen bis dahin
ausschließlich aus trockenen naturwissenschaftlichen Fachtexten
bestanden hatten, entschloss, Kurzgeschichten zu schreiben, und den
ersten Kurs "Kreatives Schreiben" an der Volkshochschule belegte, hatte
ich keineswegs damit gerechnet, jemals einen meiner Texte in einer
"richtigen" Literaturzeitschrift gedruckt zu finden. Heute verschenke
ich voller Stolz das eine oder andere Exemplar der RISSE an Menschen,
die mir lieb sind, mit dem Hinweis, dass da auch eine Geschichte von mir
drinstünde. Die freundliche, sachliche und vor allem unvoreingenommene
Art des Umgangs der Redaktionsmitglieder mit den Autoren und ihren
Texten beeindruckt mich bis heute und hat dazu beigetragen, dass ich
mich an Internet-Wettbewerben beteilige oder Geschichten für Antologien
anbiete.
Lieber Herr Lemcke, ich möchte Sie noch auf folgenden Aspekt aufmerksam
machen: Das für den Herbst vorgesehene Sonderheft, das ja nun nicht
erscheinen wird, stand unte dem Motto "Früher war alles besser". Schon
heute, 20 Jahre nach dem Mauerfall, hört man vielerorts Klagen, dass
junge Menschen wenig über die DDR wüssten. Ich bin mir sicher, dass
dieses Heft mit witzig-ironischen Beiträgen Facetten des Lebens in der
Vor- und frühen Nachwendezeit hätte aufblitzen lassen, die in angenehmem
Gegensatz zu mancher melancholisch-selbstmitleidhaften autobiografischen
Geschichte gestanden hätten. Bitte tun sie ihr Bestes, dass nicht noch
weitere Gelegenheiten  vergeben werden!
Mit freundlichen Grüßen

Prof. Ronald Leven

 

Sehr geehrter Herr Dr. Lemcke!

Einst gab es eine Zeit,
da waren Kopiergeräte der Allgemeinheit nicht zugänglich,
da gab es ein Druckgenehmigungsverfahren,
das mutige Dichter staatliche Zensur nannten,
da fielen ganze Dichtergenerationen unter den Tisch
oder produzierten in großstädtischen Nischen Kunstdrucke,
um nicht kriminalisiert werden zu können.

Diese Zeit ist vorbei.
Und es ist nach wie vor sinnvoll,
eine Literaturzeitschrift wie „Risse“
gerade in einem Bundesland wie Mecklenburg-Vorpommern
zu fördern, zu unterstützen, zu finanzieren.

Mit freundlichen Grüßen
Roland Urban

 

Sehr geehrter Herr Dr. Lemcke,

Vor einigen Tagen erfuhr ich mit Bedauern von der Kürzung der Fördermittel für die Literaturzeitschrift "Risse" aus Mecklenburg-Vorpommern.
In Gedanken bei der Tatsache, dass einer Zuschusskürzung meist schon bald die nächste folgen wird, möchte ich Sie hiermit bitten, ihre Politik bezüglich der Zuschüsse der Zeitschrift "Risse" noch einmal zu überdenken und sich somit für eine Literaturkultur einzusetzen, die sich auch außerhalb des gewohnten Rahmens bewegt und dies auch in der Vergangenheit mit Erfolg unter Beweis stellte. Die "Risse" bietet talentierten Autoren jeden Alters in Mecklenburg-Vorpommern die Chance, ihre Texte einzureichen und veröffentlichen zu lassen. Eine besondere Qualität für all jene Leser, die sich für Autoren abseits des Massenmarktes interessieren und einsetzen. Besonders für mich als Jungautor war und ist es wichtig, eine unabhängige Literaturzeitschrift in M-V zu wissen, die Talente anerkennt und fördert.
In diesem Sinne möchte ich Sie erneut bitten, ihre Entscheidung bezüglich der Zuschusskürzung zu überdenken.

Mit freundlichen Grüßen
Peter Thiers

 

sehr geehrter herr lemcke,

als autorin der RISSE habe ich von einer kürzung der mittel für diese einzige literaturzeitschrift mecklenburg-vorpommerns erfahren und ich möchte mich ganz entschieden dagegen aussprechen und zu bedenken geben, dass die RISSE nicht nur in meiner ohnehin nicht mit kulturellem überfluss gesegneten heimatregion eine herausragende stellung einnimmt, sondern auch in der literaturzeitschriftenlandschaft überhaupt, da sie eine der wenigen ist, die ihren autoren anständige honorare zahlt. dass die bereits ehrenamtlich arbeitende RISSE-redaktion dabei bleiben möchte und, sollte dies durch die kürzung nicht weiter gewährleistet werden können, das erscheinen der zeitschrift einstellen wird, ist nur konsequent, denn der verbreiteten doppelzüngigkeit, die die kultur einerseits als eminent wichtig preist und ihr andererseits den vorletzten von-luft-und-liebe-platz zuweist, darf nicht durch immer weitere selbsteinschränkung und einer damit einhergehenden affirmativen signalwirkung vorschub geleistet werden. ich bitte Sie daher, in dieser angelegenheit alles in Ihrer macht stehende zu tun und diesem land nicht ein weiteres armutszeugnis auszustellen.

mit freundlichen grüßen,

judith zander

 

Sehr geehrter Herr Dr. Lemcke,

nachdem ich erfahren habe, dass die Fördermittel für die Literaturzeitschrift RISSE um 15 % gekürzt wurden und weitere Kürzungen anstehen, die eine Einstellung der Zeitschrift zur Folge haben, möchte ich mich persönlich an Sie wenden.
Ich habe es immer als positiv empfunden, dass in Mecklenburg-Vorpommern eine Literaturzeitschrift herausgebracht wird, die sowohl literarisch als auch gestalterisch von solch hoher Qualität wie die RISSE ist.
Warum braucht ein "armes" Land wie Mecklenburg-Vorpommern eine Literaturzeitschrift wie die RISSE?
Um zu zeigen, hier ist nicht nur ein Land mit schönen Landschaften, die man durchwandern kann. Hier ist auch ein Land, in dem Menschen Kunst und Literatur schaffen. In dem Menschen sich für Kunst und Literatur interessieren und engagieren. Menschen, die sich MV verbunden fühlen.
Für diese Verbundenheit muss es aber einen Grund geben. Und wenn einem immer mehr genommen wird, man irgendwann einmal nur noch dem Titel des nun nicht erscheinenden RISSE-Sonderheftes  entsprechend sagen kann "Früher war alles besser", schaut man, ob man nicht besser woanders seine Wurzeln schlagen kann.
Um das zu verhindern, bitte ich Sie, sich für eine weitere Unterstützung unserer Literaturzeitschrift zu engagieren.

Mit freundlichen Grüßen
Frauke Kieffer,
Rostock

 


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